THE SAD RIDERS

Most people think of the swiss band Favez as an emocore band (whether this is actually the case or not). Not many people know that the singer of Favez, Chris Wicky, has a deep love of more “traditional” american music, from americana to no depression to alt.country to Bruce Springsteen. When you see him on stage, rocking out in his inevitable Hot Water Music t-shirt, you wouldn’t imagine that the music he’s most likely to be listening to on headphones in the nightliner afterwards is actually The Jayhawks. Not that he has ever made a secret out of it, and he certainly has the voice to carry it off. We’ve been bugging him for years to record a solo album, and he finally did. It's called "Lay Your Head on the Soft Rock". But let him explain this record in his own words:

So I had these songs. And they were late night, solitary songs, songs about people who had done wrong, people I knew, or I knew existed, people who hung around my street waiting for the man, the girl, or whoever felt like coming around. I liked the songs, and I thought the ten of them together told a pretty good story. A story from Lausanne, Switzerland, where I come from, but also, hopefully, one that most people in their late 20’s and early 30’s could relate to.

The characters are the kids who used to scare you when you were at school, the ones that knew where to find dope (J.-M.), cheap beer (Maybe Just on Fridays) and older girls (Goldbricker). You hated them, envied them, but after a while they just seemed to disappear. You had found out about the other people like you, the ones who liked the same music, who liked the same clothes, and the rest of the world sort of faded away.

And so you went on with your life.

And much later on, you run into one of the skinny kids with the mean look. And maybe, just maybe, he’s become someone else, and you and he might reminisce and start thinking about what happened to the others. You ask him if the kid who had the fastest motorbike in school really died in that crash two years ago (Ace), if anybody found out about the weird gym teacher the girls hated so much (Past the Belvedere), or if Martin’s girlfriend really dumped him for his best friend (White, man, it’s always right). His wife and your girlfriend start talking, they’re laughing at first, then whispering about what their lives with you are like, and how you could be better, and how you’re trying, but not hard enough (Where’s the light).

So these songs are about that moment, when you realise how strange the world around you really is, and what influence some people you hardly knew have on your life. I’ve been running away from them as far back as I can remember, trying to do things right, trying to be good, and they come back to haunt me often, every time I fuck up…

I taught these songs in two evenings to a bunch of talented friends (Greg from Chewy, Fig from the Magic Rays and Fabrice and Yvan from my own band Favez). We recorded them right away, simple stuff, gentle songs played as softly and quietly as we could. All of this was done in a few days at Yvan’s Bellefontaine studio.

These songs make up the Sad Riders first album, hope you enjoy it.

Updated on September 23, 2005

Deutsche Version:

Die meisten denken, bei Favez handele es sich um eine Emocore-Band (ob das nun so stimmt oder nicht sei mal dahingestellt). Was viele aber nicht wissen ist, daß der Sänger von Favez, Chris Wicky, eine tiefe Zuneigung für „traditionellere“ amerikanische Musik empfindet: das geht los bei Americana über „No Depression“ zu Alt.country und hört auf bei Bruce Springsteen. Wenn man ihn so auf der Bühne mit seinem Hot Water Music–T-Shirt rocken sieht, denkt man kaum, daß die Band, die er am liebsten nach der Show im Nightliner hört, The Jayhawks sind. Nicht, daß er jemals ein Geheimnis daraus gemacht hätte oder so… Wir haben ihn daraufhin solange genervt, bis er ein Soloalbum aufgenommen hat, denn schließlich hat er auch die Stimme dazu. Es heißt „Lay Your Head on the Soft Rock“, aber laßt ihn das in seinen eigenen Worten erzählen:

Ich hatte also diese Lieder. Sie waren spätnächtliche einsame Lieder, Lieder über Leute, die etwas verkehrt gemacht hatten, Leute, die ich kannte oder bei denen ich wußte, daß es sie gab, Leute, die in meiner Straße rumhingen und warteten, auf den Typ, auf das Mädchen, oder auf sonst irgendwen, der sich danach fühlte vorbeizukommen. Ich mochte diese Lieder und dachte diese zehn würden eine ganz gute Geschichte erzählen. Eine Geschichte von Lausanne aus der Schweiz, von wo ich herkomme, aber auch, hoffentlich, eine Geschichte, mit der sich die meisten Ende 20 und Anfang 30 identifizieren können.

Die Protagonistin sind die Kinder, die dir in der Schule Angst gemacht haben, die, die wußten, wo man Drogen bekommen kann („J.-M.“), billiges Bier („Maybe Just on Fridays“) und ältere Mädchen („Goldbricker“). Du hast sie gehaßt, beneidetest sie, aber nach einer Weile schienen sie einfach zu verschwinden. Du hast die anderen Leute entdeckt, die wie du waren, die die gleiche Musik mochten, die gleiche Kleidung, und der Rest der Welt verschwand einfach irgendwie.

Und so machtest du weiter mit deinem Leben.

Und irgendwann viel später triffst du eines dieser mageren, gemeinaussehenden Kinder von früher. Und vielleicht, nur vielleicht, ist es jemand anderes geworden, und vielleicht erinnert ihr euch gemeinsam an früher und überlegt, was wohl aus den anderen geworden ist. Du fragst ihn, ob der Typ, das das schnellste Motorrad in der ganzen Schule hatte, wirklich bei diesem Unfall vor zwei Jahren gestorben ist („Ace“), ob irgend jemand die Sache mit dem komischen Sportlehrer, den die Mädchen so haßten, herausgefunden hat („Past the Belvedere“) oder ob Martins Freundin ihn wirklich wegen seines besten Freundes verlassen hat („White, Man, It’s Always Right“). Seine Ehefrau und deine Freundin fangen an sich zu unterhalten, sie lachen zuerst, dann flüstern sie wie das Leben mit dir ist, und wie du besser sein könntest, und wie du es versuchst, aber nicht hart genug („Where’s the Light“).

Diese Lieder sind also über den Moment, in dem du merkst, wie verrückt die Welt um dich herum eigentlich ist, und was für einen Einfluß Leute auf dich haben, die du kaum kennst. Ich habe versucht von ihnen so weit ich konnte davon zu laufen, habe versucht, Dinge richtig zu machen, habe versucht gut zu sein, aber diese Leute kommen zurück und verfolgen mich, jedes Mal wenn ich verkacke…

Ich spielte diese Lieder an zwei Abenden ein paar meiner talentierten Freunde vor (Greg von Chewy, Fig von The Magic Rays und Fabrice und Yvan von meiner eigenen Band Favez). Wir nahmen sie gleich auf, einfachen Kram, behutsame Lieder, die wir so sanft und leise wie möglich versuchten zu spielen. All das geschah während ein paar Tagen in Yvans Studio Bellefontaine.

Diese Lieder sind das erste The Sad Riders-Album. Hope you enjoy it.